Innovationsidee 3: Wald & Holz erlebbar machen (Stand: März 2019)

Wozu dient die Innovation?

Wald und Holz sollten in der Gesellschaft bewusster wahrgenommen werden. Dadurch steigt die Wertschätzung für den Wald, ihn zu schützen und nachhaltig zu nutzen. Menschen erhalten einen positiven Zugang zum Wald, künftige Entscheider*innen werden sensibilisiert. Vision ist, dass mehr Menschen ein Gefühl für das notwendige Miteinander von Forstwirtschaft, Freizeit, Naturschutz und Jagd entwickeln. Der Kommunalbau kann häufiger nachhaltig produziertes Holz als Baustoff einsetzen und so sichtbare und erlebbare Beispiele schaffen, wie das Feuerwehrhaus in Steinbach oder das Nationalparkzentrum in Molln. Ergebnis kann eine höhere regionale Wertschöpfung im Holzgewerbe und in der Waldpädagogik sowie im Tourismus sein. Positive Wirkungen auf die Gesundheit durch das Walderlebnis werden erwartet.

Was ist bisher passiert?

Bereits 1990 ging vom Bezirk Kirchdorf/Krems eine selbstorganisierte Regionalentwicklungsinitiative aus, die ein „Kirchdorf-Szenario 2010“ ausarbeitete. Der Prozess zeigte die hohe Akzeptanz für eine ökologische Wirtschaftsweise in der Region und unterstützte die Errichtung des Nationalparks Kalkalpen. Das „Regionalwirtschaftliche Konzept“ (1994) legte den Fokus auf Naturschutz und Wertschöpfung aus Landund Forstwirtschaft und Tourismus. Das Regionalentwicklungs-Motto „Von der Waldzur Holzregion“ zeigte sich auch in zahlreichen regionalen Entwicklungskonzepten seither lebendig. Seit 2004 sind die Eisenwurzen LTSER-Region (Long-Term Socio-Economic and Ecological Research); eine Plattform für Forschungsaktivitäten entstand. Im Rahmen des EU-Projektes InnoForESt sind die Eisenwurzen Projektregion. Interviews und Fokusgruppendiskussionen mit regionalen Akteuren zeigten mehrere Innovationsansätze auf.

Wer ist involviert?

Waldpädagogik, Gemeinden mit Bürgermeister*innen, Landwirtschaftskammer, Wirtschaftskammer. Als wichtige Partner sollten eingebunden werden: Nationalparks (Kalkalpen mit dem UNESCO-Naturerbe Buchenwald und Gesäuse), Tourismusverbände der Bezirke, Mobilitätsanbieter für eine verbesserte Nahverkehrsanbindung, der Klimaschutz-Waldverein, Sägewerke, Forstbetriebe.

Welche Chancen und Hindernisse zeichnen sich ab?

Waldnatur ist ein freies Gut, der Zugang sollte für alle offen sein. Gleichzeitig kann es zu Konfliktsituationen zwischen Waldwirtschaft und Naturerlebnis kommen, bspw. durch zugeparkte Forststraßen oder unterschiedlichen Erwartungen an Wald/Forst seitens Freizeitsportlern und Eigentümern. Öffentliche Verkehrsanbindungen, die ein Teil der Lösung darstellen können, genügen noch nicht den Erfordernissen.
Chancen entstehen durch die verstärkte Integration der Waldpädagogik um konkrete ErlebnisAngebote für Einheimische und Tages-/MehrtagesTouristen anbieten zu können. Bei Kindern und Jugendlichen sollte Wissen über Waldfunktionen und regionale Forstund Holzwirtschaft verankert werden. Waldeigentümer, die für die Erhaltung von Wald-Schutzfunktionen (etwa Wasserschutz, Lawinenschutz) sorgen, wie auch Nationalparks und naturnah wirtschaftende Forstbetriebe erfahren eine höhere Wertschätzung für ihre Arbeit.

Wo liegt die Zukunft?

Die „Erlebbarkeit“ fördert Regionalität bei handwerklichen Holzprodukten und den Einsatz regionaler Holzarten. Das Bewusstsein für den Nutzen der Waldökosystemleistungen und die Wertschätzung für den Wald als Naturraum, wie auch die daraus geschaffenen regionalen Handwerksprodukte werden über innovative pädagogische Maßnahmen und Konzepte für verschiedene Altersgruppen in den Gemeinden und auch für Tages-/ Mehrtages-Touristen erlebbar. Eine Marke für regionales Holz könnte Teil des Ergebnisses sein und kann einen Mehrwert schaffen.
Noch offen ist, wie die konkrete innovative Ausgestaltung aussieht und wie das Verhältnis von Nutzen und Risiken einer solchen Maßnahme für Waldbewirtschafter*innen optimiert wird. Hierzu könnten konkrete Orte, wie Waldlehrpfade, beliebte Wandergebiete oder die neuen Fernwanderwege, wie der „Luchstrail“ dienen.

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